Natur- und Tierschutz im Frühling
Mit dem Frühling beginnt die sensibelste Phase für Wildtiere. Während die Natur erwacht, bittet die lokale Jägerschaft um erhöhte Aufmerksamkeit und Rücksichtnahme. Gerade bei Rehkitzen, Feldhasen und Jungvögeln gilt zumeist: Hände weg – Hilfe ist nicht nötig.
Achtung bei der Mahd und beim Spaziergang
Rund 70.000 Rehkitze werden im Mai und Juni in der Steiermark geboren. In den ersten Wochen haben sie keinen Fluchtinstinkt, sondern ducken sich bei Gefahr reglos ins hohe Gras.
Gefahr durch Hunde: Schon ein kurzer Kontakt oder ein „Zwicken“ kann schwere Infektionen verursachen. Nimmt das Kitz den Geruch des Hundes an, wird es von der Geiß verstoßen und verendet qualvoll.
Gefahr durch Mähwerke: Im Vorjahr wurden allein im Bezirk Leibnitz 248 verendete Kitze gemeldet – ein Drittel davon durch Mähtod. Landwirtschaft und Jägerschaft arbeiten hier eng mit Wärmebilddrohnen zusammen, um die Flächen vorab zu sichern.
Ihre Hilfe zählt:
Hunde konsequent anleinen: Im Bereich von Wiesen und Wäldern ist die Leine ein Akt des Tierschutzes.
Auf den Wegen bleiben: Schonen Sie die Rückzugsräume der Tiere.
Landwirte: Bitte informieren Sie die Jägerschaft rechtzeitig vor der Mahd.
„Gefunden“ bedeutet nicht „verlassen“
Oft nehmen Spaziergänger scheinbar hilflose Jungtiere mit nach Hause. Doch was gut gemeint ist, ist fast immer das Todesurteil für die Tiere.
Feldhasen: Die Mutter lässt ihre Jungen (die „Märzhasen“) tagsüber allein in einer Kuhle (Sasse), um keine Fressfeinde anzulocken. Sie kehrt nur ein- bis zweimal täglich zum Säugen zurück. Hasenbabys vertragen keine Ersatzmilch; eine menschliche Aufzucht scheitert fast immer.
Vögel am Boden: Jungvögel (sogenannte „Ästlinge“) wirken oft tollpatschig und hilflos. Sie werden jedoch weiterhin von ihren Eltern versorgt. Wer sie mitnimmt, reißt sie aus ihrer natürlichen Entwicklung.
Die wichtigste Regel: Nicht anfassen!
Abstand halten: Beobachten Sie das Tier nur aus großer Entfernung.
Kein Hautkontakt: Einmal berührt, ist das Schicksal des Tieres meist besiegelt, da die Elterntiere es nicht mehr annehmen.
Experten rufen: Ist ein Tier sichtlich verletzt, kontaktieren Sie bitte umgehend die örtliche Jägerschaft oder eine Wildtierstation, bevor Sie selbst handeln.
