Stadtgemeinde Leibnitz setzt erneut ein starkes Zeichen für Aufklärung, Verständnis und ein Leben ohne Vorurteile
Die Stadtgemeinde Leibnitz lädt heuer bereits zum fünften Mal zum Langen Tag der Demenz. Im Rahmen einer heutigen Pressekonferenz präsentierten Bürgermeister Daniel Kos, Astrid Holler und Robert Konrad von der Stadtentwicklung gemeinsam mit ihren Netzwerkpartnern das diesjährige Programm.
Unter dem Motto „Demenz – (k)eine Frage des Alters“ stehen von 11. bis 28. September 2026 Information, Begegnung und Austausch rund um Alzheimer und Demenz im Mittelpunkt. „Demenz betrifft nicht nur die erkrankten Menschen selbst, sondern immer auch ihre Familien, Freunde und das gesamte soziale Umfeld. Als Stadtgemeinde wollen wir hinschauen, informieren und vor allem Berührungsängste abbauen. Der Lange Tag der Demenz stellt den Menschen in den Mittelpunkt – nicht die Diagnose – und setzt damit ein lautes und sichtbares Zeichen für Leibnitz und unsere Region“, betont Bürgermeister Daniel Kos.
Weltweit Millionen Menschen betroffen
Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) leben weltweit derzeit rund 57 Millionen Menschen mit einer Demenzerkrankung. In Österreich sind aktuell rund 170.000 Menschen betroffen. Bis zum Jahr 2050 wird sich diese Zahl voraussichtlich verdoppeln.
Rund um den 21. September, den Welt-Alzheimertag, finden deshalb weltweit Aktionstage statt, die auf die Lebenssituation von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen aufmerksam machen. Auch Leibnitz beteiligt sich seit Jahren aktiv an dieser internationalen Initiative. Im Rahmen der Kampagne „Schritt für Schritt zur Stadt ohne Vorurteile“ bietet die Stadt auch heuer ein vielfältiges Programm für Betroffene, Angehörige, Fachpersonen und alle Interessierten. „Unser Ziel ist es, jenen Menschen, die weniger sichtbar sind, eine Stimme und einen Raum zu geben. Wir wollen Wissen vermitteln, Begegnungen ermöglichen und aufzeigen, dass es in Leibnitz vielfältige Unterstützungsangebote gibt. All das sind wichtige Bausteine auf dem Weg zu einer Gemeinschaft, die aufeinander schaut, füreinander da ist und gemeinsam wächst“, so Astrid Holler von der Abteilung Stadtentwicklung.
Wissen vermitteln, Perspektiven eröffnen, Begegnung ermöglichen
Wie wichtig dabei Information, persönliches Erleben und Begegnung sind, zeigen die besonderen Programmpunkte des diesjährigen Langen Tages der Demenz. Am 16. September widmet sich Bertram Pollhammer in seinem Vortrag „Demenz vs. Altersvergesslichkeit“ der Frage, worin die Unterschiede liegen, und vermittelt wertvolles Wissen rund um das Thema. Beim Selbsterfahrungsparcours von Salz kann unmittelbar erfahren werden, wie Menschen mit Demenz ihre Umwelt wahrnehmen. Eine demenzsensible Führung durch das Tempelmuseum Frauenberg am 21. September sowie ein Erinnerungsspaziergang durch Leibnitz am 23. September laden dazu ein, gemeinsam Erinnerungen aufleben zu lassen und neue Perspektiven auf die Stadt zu entdecken.
Robert Konrad hob hervor, dass Leibnitz mit seinem Engagement in ein steirisches Netzwerk eingebettet ist, das die Bedürfnisse von Menschen mit Demenz in den Mittelpunkt stellt. Insgesamt 27 Netzwerkpartner arbeiten in Leibnitz Schulter an Schulter mit der Stadtgemeinde an diesem gemeinsamen Ziel.
Information und Unterstützung an vielen Stellen
Die Angebote der Stadtgemeinde Leibnitz für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen beschränken sich jedoch nicht auf die Aktionstage. Die städtische Sozial-Info ist das ganze Jahr über eine zentrale Anlaufstelle und bietet Beratung, Orientierung und Informationen zu den vorhandenen Unterstützungsangeboten.
Auch das regionale Netzwerk bietet praktische Hilfe im Alltag. Dazu gehören regelmäßige Treffen für Betroffene, Angehörige und Wegbegleiter zum gemeinsamen Austausch. Fachpersonen ermöglichen zudem eine stundenweise Begleitung von Menschen mit Demenz und sorgen damit für Entlastung im Alltag. Pflegende Angehörige können so Zeit für sich selbst oder wichtige Erledigungen nutzen.
Auch die Stadtbibliothek & Ludothek Leibnitz bietet Unterstützung: Eine große Auswahl an Fachbüchern und Spielen rund um das Thema Demenz kann dort kostengünstig ausgeliehen werden.
Eine wichtige Orientierungshilfe ist außerdem der „Demenz-Wegweiser Leibnitz“. Die kostenlose Broschüre, herausgegeben von needs – Netzwerk Demenz Steiermark und der Stadtgemeinde Leibnitz, fasst die wichtigsten Anlaufstellen und Unterstützungsangebote übersichtlich zusammen. Der Demenz-Wegweiser ist im Rathaus und bei der Sozial-Info im Wohnzimmer Leibnitz erhältlich.
Gemeinsam für eine Stadt ohne Vorurteile
Mit dem fünften Langen Tag der Demenz möchte die Stadtgemeinde Leibnitz dazu beitragen, Berührungsängste abzubauen und Menschen mit Demenz weiterhin selbstverständlich am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu lassen. „Eine demenzsensible Stadt entsteht dort, wo Menschen informiert sind, einander mit Verständnis begegnen und Betroffene weiterhin selbstverständlich Teil unserer Gemeinschaft bleiben. Genau dazu möchten wir mit dem Langen Tag der Demenz einen Beitrag leisten“, so Robert Konrad abschließend.
Das gesamte Programm des Langen Tages der Demenz 2026 (siehe Folder unten) findet von 11. bis 28. September statt.
Alle Veranstaltungen sind kostenfrei.
