Jagd & Schule: Wenn Kinder den Wald mit neuen Augen sehen
Immer mehr Schulklassen nutzen die Möglichkeit, den Lebensraum Wald im Rahmen geführter Exkursionen mit Jägern kennenzulernen. Die praxisnahen Programme verbinden Naturerlebnis mit Umweltbildung und vermitteln Kindern ein besseres Verständnis für Wildtiere, Lebensräume und die Aufgaben der Jagd.
Wie funktioniert Jagd heute? Welche Tiere leben im Wald? Und warum braucht es Jägerinnen und Jäger überhaupt? Antworten auf diese Fragen bekommen immer mehr Kinder direkt draußen in der Natur. Strukturierte Waldführungen für Schulklassen zeigen praxisnah, wie eng Jagd, Naturschutz und Lebensraum Wald miteinander verbunden sind.
Bevor es hinaus ins Revier geht, stimmen sich Jäger mit Lehrpersonen und Schulleitung ab. Je nach Alter der Kinder und pädagogischem Schwerpunkt können unterschiedliche Themen in den Mittelpunkt gestellt werden – vom Leben einzelner Wildtiere über Jagdhunde und Greifvögel bis hin zum Ökosystem Wald. Auch organisatorische Fragen wie Ausrüstung oder ein Schlechtwetterprogramm werden dabei im Vorfeld geklärt.
Im Wald selbst steht zunächst das richtige Verhalten in der Natur im Fokus. Die Kinder lernen, warum Wege nicht verlassen werden sollten, weshalb Wildtiere Ruhe brauchen und wie jeder Einzelne zum Schutz des Lebensraums beitragen kann. Spielerisch wird vermittelt, dass der Wald nicht nur Erholungsraum für Menschen, sondern vor allem Zuhause für zahlreiche Tierarten ist.
Im weiteren Verlauf der Führung entdecken die Schülerinnen und Schüler den Aufbau des Waldes, lernen Baumarten zu erkennen und erfahren, welche Aufgaben der Wald für Klima, Schutz und Artenvielfalt erfüllt. Auch jagdliche Themen werden altersgerecht erklärt – von Fegestellen und Verbissschäden bis hin zu Aufgaben der Jägerinnen und Jäger im Naturkreislauf.
Ein wichtiger Bestandteil ist die aktive Einbindung der Kinder. Bei Spurensuchen, Tierstimmenrätseln oder kleinen Waldspielen erleben sie die Natur unmittelbar. Besonders beliebt ist das gemeinsame Erkunden eines „Jägerrucksacks“, bei dem Ausrüstung und Aufgaben des Jägers anschaulich erklärt werden. Auch Jagdhunde stoßen meist auf großes Interesse, wenn ihre Rolle und ihr Einsatzgebiet vorgestellt werden.
Neben Naturwissen vermitteln die Führungen auch praktisches Wissen fürs Leben. Themen wie Zecken, giftige Pflanzen, Verhalten bei Unwetter oder der richtige Umgang mit scheinbar verlassenen Jungtieren helfen den Kindern, sich künftig sicherer im Wald zu bewegen.
Die Naturwelten Steiermark als einzigartiges Projekt in ganz Österreich spielen eine zentrale Rolle in der Naturbildung für steirische Schulen und leisten einen wichtigen Beitrag zur Umweltbildung. Zusätzlich stehen in den Bezirken Praxisreferenten für Jagd und Schule zur Verfügung.
Auskünfte zu Lehrausgängen im Bezirk Leibnitz erhalten sie im Bezirksjagdamt bei Waltraud Schantl
unter 0316-673637-1910 – [email protected]
